3 x Marathon - Entscheidung fiel im Sprint

Lassen sich 116 km am Stück noch steigern? Anke Libuda vom PV-Triathlon Witten legte die Strecke vor drei Wochen beim 12-Stunden-Lauf in Brühl zurück und kennt jetzt die Antwort: ja, indem man drei Marathonläufe á 42,195 km an einem Tag absolviert.

Zusammen mit ihrem Vereinskollegen Peer Schmidt-Soltau startete die Ausdauerathletin des PV-Triatlon Witten beim 2. Internationalen Triple Marathon. Die Strecke(n) führten von Eelde/NL (Nähe Groningen) bis Wardenburg bei Oldenburg.
Anke und Peer: 3 x 42,195 km"Mit dem Bus ging es von Wardenburg nach Eelde, wo wir Quartier in einer Turnhalle bezogen", berichtet Anke Libuda. "Nach wenigen Stunden Schlaf und einem Frühstück wurden wir noch in der Nacht wieder mit einem Bus zum Start gefahren." Pünktlich um 5:00 Uhr fiel der Startschuss zur ersten Etappe nach Blijham. "Beim Start war es immerhin trocken und die Luft angenehm frisch, aber bei Kilometer 10 gesellte sich der Regen als ständiger Begleiter hinzu, was aber keinen der 74 gemeldeten Teilnehmer vom Laufen abhielt" - auch Anke Libuda nicht, die das erste Marathon-Ziel schließlich nach 4:17:31 Std. erreichte. Damit hatte die PVlerin unerwartet den ersten Marathon als schnellste Frau im Feld mit einem Vorsprung von 15 Minuten gewonnen. Einige Minuten nach ihr folgte Peer Schmidt-Soltau.
Die Zeit bis zur Abfahrt zum zweiten Start um 10:45 Uhr nutzten die Teilnehmer zum Duschen, Eincremen und etwas Essen und auf ging es zum zweiten Marathon. Die Ulträläufer überquerten dabei nach 8 Kilometern in Rhede die Niederländisch-Deutsche Grenze mit dem Ziel Esterwegen. Die bis dato zweitplatzierte Läuferin Carmen Hamm aus Stuttgart hatte jedoch zwischenzeitlich eine Aufholjagd gestartet und schloss schließlich zu Anke Libuda auf. "Immer wieder wechselte die Führung, aber mit einem schnellen letzten Kilometer konnte ich auch den zweiten Marathon mit ca. 1 Minute Vorsprung für mich entscheiden und lief nach 4:08:44 Std. ein. Peer war zwar etwas langsamer, aber dafür wesentlich entspannter durch den zweiten, ebenfalls verregneten Marathon gekommen", erinnert sich Anke Libuda.

Der Startschuss auf die finale Etappe des Triple-Marathon erfolgte kurz nach 17:00 Uhr, wenn auch mit leicht geschrumpftem Teilnehmerfeld. Diejenigen, die sich zum dritten Mal auf den Weg über 42,195 km machten, taten dies leicht stöhnend und anfänglich etwas unrund.
"Vom Ehrgeiz gepackt liefen Carmen Hamm und ich wieder um den Etappensieg. Da es nun schon merklich kühler wurde, machte mir der Regen zu schaffen und ich hatte zwischen Kilometer 20 und 25 eine ziemliche Schwächephase. Glücklicherweise konnte Carmen sich jedoch nicht allzu weit absetzen und mit Regenjacke ausgestattet und ein paar Bissen Energieriegel im Magen übernahm ich wieder die Führung. Nach 40 Kilometern war mein Vorsprung jedoch wieder aufgebraucht und meine Verfolgerin lief in meinem Windschatten. Auf dem letzten Kilometer schaffte ich es aber, mich nochmal zu einer Energieleistung zu motivieren und das Tempo zu einem langen Sprint zu erhöhen. Mit etwa 20 Sekunden Vorsprung lief ich schließlich nach 4:26:29 Std. durchs Ziel und konnte auch den dritten Marathon des Tages für mich verbuchen. Peer folgte noch bei Tageslicht und war mehr als zufrieden mit seinen Läufen", schildert Anke Libuda die Dramatik am Ende des dritten Marathons.
Bei der Siegerehrung um Mitternacht konnte die PVlerin dann "ziemlich platt" gleich vier Pokale für ihre Einzelsiege und den Gesamtsieg entgegennehmen.
Während für Peer Schmidt-Soltau bereits in der nächsten Woche der Start beim "Baltic Run" auf dem Programm steht, wird sich Anke Libuda "erst mal regenerieren" und sich dann auf ihren Liga-Einsatz für den PV-Triathlon Witten vorbereiten.