Zum Saisonabschluss hatte sich das Ehepaar Laura Routaboul de Brüchert-Pastor und Nils Brüchert-Pastor noch einmal einen Marathon vorgenommen. Da da zu dieser Jahreszeit die Witterungsverhältnisse nicht immer ganz berechenbar sind, freuten sie sich, dass sie einen „Indoor-Marathon“ der besonderen Art in dem "10. Unter-Tage Marathon in Sondershausen" in Thüringen fanden. Worauf sie sich eingelassen hatten, wurde den beiden PVlern so recht erst auf der Strecke bewusst, auch wenn sie gewarnt hätten sein sollen, als sie in der Ausschreibung vom „härtesten Marathon der Welt“ gelesen hatten.
Ausgerüstet mit Helmen und Lampen fuhren die beiden Ausdauerläufer am frühen Samstagmorgen des 3. Dezember unter dem Kyffhäusergbierge in das älteste und tiefste Kalibergwerk der Welt ein. "Die 400 Marathonis wurden jeweils zu sechzehnt im Förderkorb 700 Meter in die Tiefe gefahren. Unten erwartete uns lange dunkle Stollen, viel Salz und hohe Temperaturen", berichtet Nils Brüchert-Pastor. Da Laura Routaboul de Brüchert-Pastor vor vier Wochen erst irhe persönliche Marathon-Bestzeit auf unter 3:30 Stunden verbessert hatte, waren beide nicht auf schnelle Zeiten aus. Als es aber nach dem Startschuss auf die erste der acht Runden ging, wurde beiden klar, dass die Ausschreibung nicht übertrieben hatte. "Bei ca. 30° C und 30 % Luftfeuchtigkeit wurde schon bald das Atmen zur Qual, der Schweiß schoss aus allen Poren und um uns herum wurde die Luft knapp. Der Boden war an vielen Stellen durch das blanke Salz rutschig wie Eis und es gab auf der ganzen Runde keine ebene Stelle, im Gegenteil, so komisch es klingen mag, es gab Berge vom feinsten im Berg: kurze harte Rampen und steile lange brutale Anstiege", berichtet Nils Brüchert-Pastor. So liefen die beiden mit Tunnelblick Runde um Runde, angefeuert von einigen wenigen verwegenen Schaulustigen, die mit Helm und Glocken an den Stollenwänden standen. Dank der guten Versorgung mit vielen Getränken und der guten Organisation kamen die PVler dennoch gut über die Runden: am Ende hatte Laura die Nase vorne und kam nach 4:46:25 Stunden als 9. Frau gesamt und 4. der AK 35 ins Ziel. Nils wurde 4 Minuten und 30 Sekunden später von ihr freudig als 150. Mann und 33. der AK 40 begrüßt, seine Laufzeit war 4:50:55 Stunden. Die beiden Laufkollegen vom DJK Preußen 1910 Bochum, Matthias Querfurt und Falko Scheitza kamen als 25. der AK40 in 4:32:18 und nach 4:48:23 als 20. der AK 50 ins Ziel. Von den 398 gestarteten erfahrenen guten Athleten kamen nur 301 ins Ziel. Alle vier Ruhrgebietler waren sich jedoch einig, dass war ein einmaliges Erlebnis und sie haben erfahren, dass der Schmerz ganz tief gehen kann.
