"Der ECOTRAIL paßte so richtig in meine diesjährige Wettkampfvorbereitung - 80 Kilometer lang, gespickt mit 1500 Höhenmeter. Aber wenn ich ehrlich sein soll, fand ich besonders die Aufteilung der Verpflegungsstellen interessant: Erste Verpflegungsstelle bei 22 Kilometer (Essen/Trinken), die nächste bei Kilometer 46 (nur Wasser aus der Leitung) anschließend ca. alle 10 Kilometer. Ist zumindest ungewöhnlich..., aber ich hatte ja meinen Rucksack". Oliver Schoiber macht sich so seine Gedanken über den 80 km-Lauf in der französischen Hauptstadt, den er am vergangenen Wochenende absolvierte. Bis dahin hatte der Ultraläufer des PV-Triathlon Witten einen Marathon am Hengsteysee incklusive ca. 2500 Höhenmeter und zwei Halbmarathonläufe gelaufen. "Also sagte ich mir, '80 km unter 8 Stunden' und packte meine Laufsachen. Besonders freute mich, dass sich mit Silke Wienforth und Anke Libuda zwei weitere PVlerinnen anschlossen, um die 50 km zu laufen. Das Zeitziel geriet vor Ort leicht ins Wanken, als ich bei der Startnummerausgabe unterhalb des Eiffelturms erkannte, wie wie viele Stufen es zum Schluss noch hochgeht..."
Oliver Schoiber versuchte auf den ersten fünf Kilometer, sich erstmal vom Feld freizulaufen. Die ersten Gruppen bildeten sich, der PVler fand Gleichgesinnte mit einem Durchschnittstempo zwischen 4:30 und 5:00 min./km, die die Streckenverhältnisse und das Wetter auch zuließen. Allerdings verschärften sich die Anforderungen hinter dem ersten Verpflegungspunkt. "Anstiege? Eher das falsche Wort, das waren Rampen, kaum zu laufen. Hoch und danach ging es meistens sofort wieder runter zur nächsten Rampe, das Durchschnittstempo sank entsprechend. Spätestens jetzt wusste ich, warum das Rennen als "Trail" ausgeschrieben war. Wenn die Franzosen "Trail" schreiben, dann kriegst du den auch früher oder später. Schnell hatte ich jeglichen Laufrhythmus verloren." Über eine Kontrollstation bei Kilometer 47, längere flache Passagen zwischen den Steigungen bis zur Verpflegungsstation bei Kilometer 67 ging es durch die französischen Wälder. "Irgendwann war er vor mir: der Eiffelturm. Die Zuschauer standen Spalier und feuerten alle Teilnehmer bis zum Treppenaufgang an. Mit einer Eintrittskarte in der Hand ging es die letzten 347 Stufen zur ersten Etage hoch. Es war einfacher als gedacht und ich lief endlich nach 8 Stunden und 25 Minuten durch den Zielbogen. Sicherlich nicht das erwartete Ergebnis, aber es war geschafft und ich hatte mir das „Zielbier“ redlich verdient. Mein Fazit: "Der Lauf ist eine Reise wert. Hart und mit einer letztendlich guten Organisation, wobei ich selten so viele Teilnehmer ausscheiden sah wie bei diesem Event. Also nur mit Vorsicht zu genießen!" Ihr Ziel erreichten auch Silke Wienforth und Anke Libuda im 50 km-Rennen - beide überquerten die Ziellinie nach 6:09 Stunden.
