Wolfgang Brozio Deutscher Meister im Quadrathlon
Nach einer siebenmonatigen Trainingspause hatte Wolfgang Brozio im Frühjahr 2010 die Wettkampfsaison für sich schon fast abgehakt. Ein vier Wochen vor dem Sprint Triathlon in Gladbeck im Mai als Nachrücker überraschend erhaltene Startplatz bewog ihn spontan zum Wiedereinstieg ins Training. "Im September 2009 hatte ich hinsichtlich der Wettkampfart Quadrathlon (die drei Triathlon-Disziplinen plus Paddeln) bei einem Start über die Sprint-Distanz in Köln sozusagen Blut geleckt und mir noch im letzten Herbst ein dafür geeignetes Boot zugelegt - der Quadrathlon im Rahmen des Bergsee Ratscher Triathlon Wochenendes über die Sprint-Distanz - ausgeschrieben als offene Deutsche Meisterschaft sollte es dann sein. Die traditionsreiche Veranstaltung wird unweit südlich des in Läuferkreisen berühmten Rennsteig-Laufs (mit 15.000 Teilnehmern Europas größter Landschaftslauf) in Thüringen ausgerichtet. Laut Starterliste erwartete mich als Konkurrent in meiner Altersklasse u.a. der Vorjahressieger Wolfgang Ketscher, als Mitglied des Jenaer Triathlon Clubs Lokalmatador und langjähriges Mitglied der deutschen Quadrathlon Nationalmannschaft ein alter Hase, mit dem erheblichen Vorteil der Kenntnis der Strecken und Veranstaltung auf seiner Seite."
Der Schwimmstart erfolgte um 15 Uhr bei 19 Grad Wassertemperatur fast ausschließlich im Neoprenanzug. Ich kam gut ueber die verschiedenen Distanzen und freute mich besonders, da während des Wettkampfes außer den Namen der Athleten auch immer der Heimatverein erwähnt wurde, so dass mit dem Wettkampf in Ratscher auch der PV Triathlon Witten Eingang in die Quadrathlon Szene genommen.
Mit einer Laufzeit von 0:20:02 sowie einer Gesamtzeit von 1:51:25 erreichte Wolfgang Brozio als Altersklassensieger und damit Deutscher Meister in der 'Master 4' das Ziel. Wolfgang Ketscher folgte mit einer Gesamtzeit von 1:55:11 als Zweitplatzierter und damit deutscher Vizemeister im Sprint Quadrathlon Masters 4 des Jahres 2010. Den dritten Treppchenplatz belegte Dieter Schulze in 1:57:54.

Im Rahmen des Weltcup-Triathlons der ITU im 800km entfernten Kitzbühel startete jetzt Rica Pukropski vom PV-Triathlon Witten mit weiteren 600 Jedermänner/-frauen über die Sprintdistanz: "8.30 Uhr fiel der Startschuss im 19 Grad warmen Schwarzsee. Nach guter Schwimmzeit ging es dann 18 km in die Berge und zurück. Nach unfallfreier Rückfahrt wechselte ich auf die provilierte Laufstrecke, davon 2,5 km bergauf und erreichte glücklich, aber geschafft nach 1:16:48 Std. das Ziel", berichtet die PV-Triathletin, die Siebte der Weiblichen Jugend wurde. Zwei der Starter zogen jedoch die besondere Aufmerksamkeit auf sich: Ex-Radprofi Jörg Jaschke und der deutsche Formel1-Fahrer Nico Rosberg, der mit einer tollen Leistung bei seinem ersten Triathlon viele verblüffte - und auch einen Kampfrichter, der ihn fast disqualifizierte. Mit vollem Elan radelte Nico Rosberg in die Wechselzone, öffnete seinen Helm allerdings zu früh und bekam dafür von Kampfrichter Franz Peer eine Verwarnung. Der Offizielle meinte: "Bei einem Formel1-Rennen kann er auch nicht in der vorletzten Runde den Helm runter nehmen." Von einer Disqualifikation sah der Kampfrichter aber ab, "das wäre dann doch zu viel gewesen. Er bekam die gelbe Karte und schaffte mit einer Zeit von 2:07:32 Stunden eine Top-Leistung. Dem sympathischen und redseligen Nico selbst verschlug es nach dem Zieleinlauf die Stimme: "Auf den letzten fünf Kilometern hatte ich keine Energie mehr. Unglaublich, dass sich Leute das antun können." Jörg Jaksche holt Rang 6 ueber die Olympiadistanz (1,5 km Schwimmen, 40,8 km Radfahren, 10 km Laufen) mit einer Zeit von 1:54,38 Stunden: "Und das, obwohl ich bis zur ersten Boje als Brustschwimmer unterwegs war. Aber beim Radfahren und Laufen lief alles perfekt", sagte der in Kitzbühel lebende Deutsche.