Ultraläufer vom PV-Triathlon machen mächtig Kilometer
e Libuda teilt sich 92,2 km auf zwei Läufe aufAls jetzt zum 1. Mai der Startschuss zur 57. Auflage des Radklassikers „Eschborn-Frankfurt“ - auch bekannt unter dem Namen „Rund um den Henninger Turm“ - fiel, stand auch ein Quartett des PV-Triathlon Witten am Start. Anja Gellhaus nahm die 50 km unter die Räder, Ehemann Bernd die 90 km-Tour und Conny Dauben und Nils Brüchert-Pastor stemmten die 104 km.
Gänsehautwetter: Der Wind hatte am Morgen des Maifeiertags böig aufgefrischt, hinzu kam ein kleiner Temperatursturz auf nur noch 4°C. Im Laufe des Tages ließ sich die Sonne immer wieder mal blicken und in Verbindung mit den zahlreichen Anstiegen und Sprints wurde es den Rennfahren bald warm.
Mit etwa 4.000 anderen Athleten ging es sehr flott um 8:45 Uhr von Eschborn nach Frankfurt, wo ein flacher und schneller Kurs durch die City gelegt war. Hier galt es im Rennen, ungewohnt für Triathleten, aber mit viel Spaß dabei, mit Sprints und vielen Kurven den Überblick zu behalten, unfallfrei durchzukommen und sich seinen Platz im Felde zu erkämpfen. Es führte die Strecke dann über Bad Homburg in den Taunus, wo nach 45 Km das Taktieren ein Ende hatte und es 10 Km stetig bergan auf den Gipfel des Feldberges ging. Spätestens hier trennte sich die Spreu vom Weizen. Doch die Triathleten des PVT hatten Anstiege zu dutzenden im Trainingslager in Mallorca erklommen, so dass sie gut vorankamen. Oben angekommen ging das Streckenprofil in eine rasante Abfahrt über, in der die Rennradfahrer einigen Mut beweisen mussten. Unterbrochen wurde diese Abfahrt von knackigen Anstiegen in Rupertshain und Mammolshein, die den Teilnhehmern die letzten Körner abverlangten und noch mal das Letzte aus den brennenden Oberschenkeln rauszuquetschen galt, um dann wieder nach 104 km in Eschborn ins Ziel zu gelangen. Dort gab es warme Duschen und kalte Getränke zur Belohnung.
Nach 1:53 Stunde fuhr Anja über die 50 km-Ziellinie und war nach ihrem Trainingslager mit dem PVT sehr zufrieden über ihre Leistung. Ehegatte Bernd hatte noch den Feldberg mit auf seiner 90 km Runde und kam nach 3:04 Stunden ins Ziel. Nils und Conny hatten noch weitere 14 km hinzugenommen, auf denen der berüchtigte „Mammolshainer-Stich“ mit teilweise 20% Steigung zu überwinden war und kamen nach 3:17 Std. und 3:25 Std. viel schneller als gedacht wieder am Eventplatz im Ziel an.
Nils Brüchert-Pastor war so begeistert von der Strecke, dass er sie am liebsten direkt noch einmal abgefahren wäre, da waren aber schon die Profis unterwegs. Alexander Kristoff gewann den Klassiker zum vierten Male in Folge und so muss Nils sich bis nächsten Jahr gedulden. "Gegenüber der schönen Temperaturen aus dem Trainingslager auf Mallorca, aus dem wir am Wochenende gerade zurück gekommen waren, war es zwar frisch, verglichen mit meiner Tour nach Belgien im März waren dies aber hochsommerlichen Temperaturen, alles ein Punkt der Perspektive und reine Kopfsache", ordnete Nils das Rennen für sich ein.
Für Wittens Nachwuchs stellte der Duathlon in Alsdorf ebenfalls einen der ersten ernsthaften Prüfsteine dar. Während alle Nachwuchstriathleten der Ruhrstadt von Schüler/innen A bis zu den Junioren im Rahmen des NRW-Nachwuchscups an den Start gingen, zählte der Wettkampf für die JugendB/JugendA/Junioren auch als Deutsche Meisterschaft. Die beiden großen Wittener Triathlonvereine PV-Triathlon Witten und das Triathlon TEAM-Witten schickten ihren Nachwuchs unter der 'Startgemeinschaft Witten' ins Rennen in das 46.700 Seelen-Städtchen Alsdorf in der Städteregion Aachen. Während die Laufstrecken bei trockener Witterung durch das ehemalige Bergbaustädtchen führten, waren die windanfälligen Radkilometer als Wendepunktstrecke über sieben Kilometer über die B221 nach Boscheln und nach einem Wendepunkt wieder zurück zu fahren.
Der gebürtige Gevelsberger, der seine Triathlonkarriere beim TriTeam TSG Sprockhövel begann und seit vielen Jahren beim PV-Triathlon Witten weiterführt, trainiert seit 2015 wieder zielgerichtet. Sein großes Ziel lautet: Ironman Hawaii. Im vergangenen Jahr verpasste der PVler bei den Ironman Frankfurt und Hamburg mit Zeiten von 9:14 Stunden bzw. 9:23 Stunden die Qualifikation für Hawaii jeweils knapp. Dass es in diesem Jahr klappen könnte, lässt der erste Formtest bei den Deutschen Duathlon-Meisterschaften in Alsdorf über 10 km Laufen, 40 km Radfahren und 5 km Laufen hoffen. "Beim Laufen zeigte sich bereits auf der ersten Runde, dass das Feld deutlich schneller unterwegs war als im letzten Jahr. Meine Beine fühlten sich aber super an, so dass ich alle taktischen Überlegungen ablegte und mich an Position 2 liegend leicht vom restlichen Feld lösen konnte. Mit 32:49 min. für die etwas zu kurzen, aber winkligen und welligen 10 km verbesserte ich auch hochgerechnet auf echte 10 km meine Bestzeit aus dem November nochmal um ca. 20 Sekunden, lief aber im komfortablen Bereich", berichtet Schaefer von der ersten Disziplin des Duathlon, die er in der Schlußabrechnung mit der zweitschnellsten Laufzeit absolvierte.
Kleiner Rückschlag beim Radfahren, plötzlich fand sich der PVler auf dem vierten Platz wieder. „Mir fehlt noch die optimale Aeroposition und vielleicht auch ein konkurrenzfähiges Zeitfahrrad“, analysiert Schaefer seinen Radsplit. Beim abschließenden 5 km-Lauf wurde der PVler nochmal überholt und lief auf Platz 5. "Ich musste mental echt kämpfen, um mich nicht auch mit diesem Platz zufrieden zu geben. Da ich aber wusste, dass ich mit zunehmender Rennlänge stärker werde, kämpfte ich mich wieder ran und vorbei, um dann auf der letzten Runde auf den 3. Platz vorzulaufen. Aber auch das habe ich trainiert“, verrät Schaefer einen Baustein des Erfolges. Welche Entwicklung der Gymnasiallehrer für Mathematik und Sport in den letzten Jahren vollzogen hat, zeigt ein Vergleich zum Vorjahr: Mit seiner Zeit von 1:48:43 Stunden (32:49 Minuten/56:54 Minuten/16:48 Minuten) war Schaefer fast 9 Minuten schneller als im letzten Jahr. „Ich habe mich quasi selbst überrundet“, lacht Schaefer und ist sichtlich zufrieden mit dem Saisonauftakt. Damit wird er sich aber nicht zufrieden geben. Saisonhöhepunkt ist erneut der Ironman Hamburg am 29.Juli, bei dem er die Qualifikation für den Ironman Hawaii fest im Blick hat. Auf dem Weg stehen als nächstes Rennen über die Mitteldistanz beim Ironman 70.3 Kraichgau und beim Indeland Triathlon an.
Schöne Erfolge und Lauferlebnisse auch für die Athleten des PV-Triathlon Witten, die nur in Laufschuhen unterwegs waren: Beim Marathon in der Landeshauptstadt Düsseldorf erreichten rund 2.700 Läufer das Ziel an der Rheinpromenade. Ganz vorne finishte David Schönherr, der die 42,195 km in sehr schnellen 2:29:44 Std. lief. Der PVler blieb damit zum fünften Mal in Folge bei einem Marathon unter der magischen 2:30-Std.-Grenze und wurde jetzt in Düsseldorf mit den LSF Münster Deutscher Vizemeister in der Mannschaftswertung.
in der Altersklassenwertung der Schülerinnen A: hinter Lena Hötschold (SSF Bonn Triathlon/34:17) wurde das Nachwuchstalent in 35:11 min. sichere Zweite vor Alina Wenning (SuS Stadthlon/37:24). Karla Königschulte holte sich einen guten siebten Platz in 39:54 min.