Teams des PV gehen mit Selbstbewusstsein in das vorletzte Saisonrennen der Triathlon-Bundesliga

Der PVler ging beim Schwimmstart am Jungfernstieg ins Wasser und fand gleich ein gutes Tempo. Hinzu kam die Euphorie, durch die bekannte Binnen- und Außenalster schwimmen zu dürfen. Nicht ganz so gut wie geplant sah die erzielte Schwimmzeit nach 3,8 km aus: mit 56:14 min. lag Till Schaefer aber auf Platz 7 in der Altersklasse 30 – 34 und damit immer noch in Schlagweite zu den sechs Quali-Plätzen für den Traum fast aller Triathleten: einmal beim ironman Hawaii an den Start gehen zu dürfen.
Einbruch kam auf der Radstrecke
Erstaunlich weit der Fußweg von der Schwimmstrecke mit Ausstieg am Rathausplatz zur Wechselzone am Ballindamm, in der die Rennräder und eine Strecke von 180 km auf die Triathleten warteten. Zu der langen Strecke kamen noch anfangs kräftezehrender permanenter Gegenwind und lange, stetige Anstiege. Die Belohnung folgte auf dem Rückweg, der nunmehr ein flottes Tempo zuließ. Till Schaefer arbeitete sich in Höhe der 120 km-Marke auf Platz 6 vor. Plötzlich war mit von jetzt auf gleich ‚die Luft raus‘ - Till Schaefer wurde langsamer und am Ende stand eine für ihn enttäuschende Zeit von 5:05:36 Std. für 182 Rad-Kilometer – 15 Minuten über Soll.
Bester Marathon bei einem ironman
Natürlich beschäftigte den ironman die relativ schlechte Radzeit auch auf der Marathonstrecke – aber das Grübeln gab dem Sport- und Mathematiklehrer im Gegenzug auch Gelassenheit zurück, so dass er in einem Tempo von schnellen 4:30 min./km anlief und einen guten Rhythmus fand. Über sich selbst erstaunt wartete Till Schaefer förmlich auf den Einbruch, der sich aber bis ins Ziel nicht meldete. Schließlich der Zieleinlauf: ein Wahnsinnsmoment in der unbeschreiblichen Kulisse vor dem Hamburger Rathaus mit überbrandender Stimmung tausender Zuschauer.
Die Ziellinie überquerte Till Schaefer mit einer Marathonzeit von 3:12 Stunden – seine mit Abstand schnellste Marathonzeit innerhalb eines ironman - und einer Gesamtzeit von 9:23:23 Stunden. Die Zeit reichte für Platz 9 in seiner Altersklasse und Platz 37 gesamt, aber leider wieder nicht für die ersehnte Fahrkarte nach Hawaii. „Ich weiß, dass noch mehr in mir steckt. In über 9 Stunden kann soviel passieren und man darf niemals aufgeben. Mit einem besonneneren Marathontempo hätte es vielleicht in Frankfurt gepasst. Im nächsten Jahr versuche ich es wieder, dann will ich eine Zeit vo Sub9 und die Qualifikation für Hawaii schaffen“, gibt sich Till Schaefer gleich wieder kämpferisch.
In drei Wochen steht der Halbmarathon in Bochum und voraussichtlich der Ironman 70.3 auf Rügen auf dem Programm. Stunden nach seinem Zieleinlauf zog es den Pvler aber nochmal zur Ziellinie, um spätabends um 23 Uhr die letzten Finisher des ironman von Hamburg ins Ziel zu klatschen.
Fester Bestandteil der Laufveranstaltung, die in diesem Jahr seine sechste Auflage erlebte, ist das Gedenken an einem der Männer oder Frauen, die beim Grenzübertritt den Tod fanden. In diesem Jahr wurde an die 1962 auf der Flucht erschossene Sprit Schmiel erinnert. Gänsehaut-Moment für die rund 390 Teilnehmer, als jeder der Läufer/innen am Mahnmal von Sprit Schmiel eine Rose ablegte.
Wie im letzten Jahr mit Anke Libuda war der PV-Triathlon Witten auch in diesem Jahr, dieses Mal mit Andreas Giersberg, im Teilnehmerfeld vertreten.
Nach dem frühen Start um 6 Uhr führte der Weg bei Nebel und Nieselregen in den Grüngürtel von Berlin, weiter auf einer abwechslungsreichen Strecke durch Wälder und Wiesen entlang der Havel und dem Wannsee Richtung Potsdam. Andreas Giersberg war überrascht, dass auch heute noch der ehemalige Verlauf von Mauer und Sperrstreifen recht gut zu erkennen ist. Wenn auch der Weg vom Süden Berlins aus über lange Geraden parallel zur Autobahn zu einer kleinen Motivationsdelle bei dem erfahrenen Ultraläufer vom PV führte, 'lief es' trotz des kühlen Wetters für den PVler insgesamt besser als gedacht. Beigetragen hatten da auch die für die Teilnehmer/innen alle sechs bis sieben Kilometer eingerichteten Verpflegungsstände, „die keine Wünsche offen ließen“.
Andreas Giersberg wollte nur auf Ankommen laufen und fühlte sich bis zur Kilometermarke von 130 im grünen Bereich. Auf den letzten 30 km jedoch wurden seine Schritte zunehmend unrund und auch wenn die letzten 10 km – mittlerweile war es tiefe Nacht in Berlin - eher einem Wandern als Laufen glichen, schaffte der Wittener PV-Läufer entlang der East Side Gallery und durch einige Vergüngsviertel bis ins Ziel. „War schon lustig, wie ungläubig mich einige Nachtschwärmer angeschaut haben“, erinnert sich der Pvler schmunzelnd.
Gegen 4 Uhr in der Nacht kam die langersehnte Ziellinie für Andreas Giersberg endlich in Sicht. Sichtlich geschafft, aber glücklich, erreichte der PVler nach 21:51 Stunden das Ziel. „Alles in allem aber ein sehr schöner Lauf, den ich überglücklich mit einer nie erwarteten oder erträumten Zeit beendet habe - da waren die Qualen schnell vergessen“, so sein Fazit. Für die Statistik: Andreas Giersberg kam als gesamt 89. auf den 17. Platz in seiner Altersklasse M50.
Erfolgreich kehrten die Damen des PV-Triathlon Witten von ihrem dritten Liga-Wettkampf zurück: im Feld der 30 Damen-Teams holten sich die PV-Triathletinnen am Ende den 4. Platz.
Ein Sprinttriathlon war in der kleinen Stadt an der Ems angesagt, bei dem es galt, 750 m im Dortmund-Ems-Kanal zu schwimmen, 20 km auf dem Rad auf einer flachen Strecke zu fahren und abschließend auf einer kurvenreichen Strecke über zwei Runden einen Weg von 5 km zu laufen. Der PV schickte ein Dreier-Team mit Conny Dauben, Katrin Harnischmacher (als Ersatz für Anke Libuda, die ihren Start absagen musste) und Julia Rudack ins Rennen.
Kathrin Harnischmacher legte gleich beim Schwimmen mit einer Zeit von 11:19 min. und dem 2. Platz den Grundstock für den späteren Erfolg, während Conny Dauben die drittbeste und Julia Rudack die neuntbeste Radzeit der Regionalliga für sich verbuchten. Zusammen mit den guten Laufzeiten kam Conny Dauben so in 1:09 Std. auf den 9. Platz, gefolgt von Julia Rudack in 1:12 Std. auf Platz 24 und Katrin Harnischmacher in 1:15 Std. auf Platz 34. Der PV-Triathlon konnte sich so über den vierten Platz hinter Mach3 Köln, dem Kölner Triathlon Team und dem TSV Solingen freuen.
In der Wertung der NRW Sprintmeisterschaft schlug die Leistung von Conny Dauben mit dem 1. Platz in der W40 zu Buche. Julia Rudack verpasste mit dem 4. Platz der W25 einen Medaillenrang und Katrin Harnischmacher rundete das gute Abschneiden der PV-Frauen mit dem 12. Platz in der W20 ab.
Schöne Einzelerfolge für Mathias Hölscher und Uli Pfalz
Weitere PV-Triathleten konnten sich über schöne Einzelerfolge freuen: Mathias Hölscher trat ebenfalls im Wettbewerb der NRW Sprintmeisterschaft an und holte sich in 1:06:56 Std. "Bronze" in der M45, während sich Uli Pfalz stark verbessert zeigte und über die Volksdistanz in 1:21 Std. den 1. Platz der M60 abräumte.

Der Wasserlauf in Dülmen war uns aufgefallen und kurzerhand meldete sich ein Dutzend PVler/innen für den 10 km-Lauf an. Vorbildlich die Anreise von PV-Trainer Andreas Kapka, der als Transportmittel das Fahrrad wählte - alle anderen fuhren kräfteschonend mit dem Pkw. In der Nähe des Silbersees führte der Weg über vier Runden á 2,5 km. Rundenlaufen macht häufig keinen besonderen Spaß - in Dülmen wohl!
Große Freude im Ziel! Den ersten 10er in ihrem Leben konnten Björn und Marit Lehmann, Eva Poell, Lydia Walder und Neuzuganng Anke Ritzek finishen! Und auch ein Blick in die Ergebnisliste macht Spaß:
Andreas Kapka hatte sich offensichtlich auf der über 50 km langen Radstrecke ordentlich warmgemacht, so dass er die 10 km in 48:36 min als Zweiter der M60 finishten konnte. Matthias Dix folgte in 52:55 min. als Vierter der M55. 'Nesthäkchen' Marit Lehmann lief nicht nur den ersten 10 km-Volkslauf in ihrem jungen Leben, sondern gewann den Wasserlauf als Erste der Altersklasse U18 in 57:32 min.
"Lass doch der Jugend ihren Lauf", dachte da wohl Vater Björn Lehmann und finishte kurz hinter seiner Tochter in 58:48 min. als 16. M45. Ebenfalls ihren ersten 10er finishte Anke Retzlik und blieb als 6. W50 mit 59:05 min. noch deutlich unter einer Stunde. Deutlich verbessert zeigten sich Karin Gottwald und Sabine Zenerino in 1:00:56 Std. als 7.W50 bzw. sogar 2. W55. Astrid Schmidt vertrat den PV in der Altersklasse W45 erfolgreich und lief als Fünfte in 1:01:33 Std. über die Ziellinie.
Große Freude schließlich bei Barbara Kössendrup (2. W60), Eva Poell (7. W40) und Lydia Walder (6. W35), die, begleitet von Mentorin Brigitte Meinshausen (4. W55), ihren ersten 10er in 1:10:28 Std. erfolgreich ins Ziel liefen.
Da können wir nochmal hin! :-)